Rettet Essens kulturelle Vielfalt – Solidarität jetzt!

Essen steht an einem kritischen Punkt. Die freie Kulturszene der Stadt – ein Fundament für vielfältige Kulturangebote, kreative Ausdrucksformen, soziale Begegnung und kulturelle Teilhabe – sieht sich mit massiven Kürzungen konfrontiert. Was im städtischen Haushalt kaum ins Gewicht fällt, hätte tiefgreifende und langfristige Folgen für das kulturelle Leben vor Ort.

Noch ist die Entscheidung nicht gefallen: Am 06. Mai 2026 wird der Kulturausschuss über die geplanten Einschnitte beschließen. Es ist also genau jetzt an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und Solidarität zu zeigen.

Worum es geht

Nach aktuellen Planungen sollen die institutionellen Fördermittel für freie Kultureinrichtungen in Essen um 10 bis 12 Prozent gekürzt werden. Und das ist erst der Anfang: Für den Doppelhaushalt 2027/28 stehen weitere Einschnitte im Raum. Schon heute ist die Situation angespannt – die Leitung des Kulturamts sprach kürzlich in Bezug auf die Förderung in Essen öffentlich von einer „roten Laterne“ im Vergleich zu anderen Städten.

Konkret geht es um Einsparungen von rund 150.000 bis 160.000 Euro. Für den Gesamthaushalt der Stadt ist das eine kaum spürbare Summe. Für die freie Kulturszene hingegen ist sie existenzbedrohend.

Was auf dem Spiel steht

Die freie Kulturszene in Essen ist vielfältig und breit aufgestellt. Sie umfasst Spielstätten, Produktionshäuser, Stadtteilkulturzentren, Vereine, Initiativen und Netzwerke. Einrichtungen wie das Ensemble Ruhr, die Jazz Offensive Essen, das Kulturzentrum GREND, das Kunsthaus Essen, die Zeche Carl, das Maschinenhaus, das Rabbit Hole Theater, SZENE 10, das Übehaus Kray uvm. – sie alle stehen exemplarisch für gelebte kulturelle Vielfalt dringend benötigte Angebote für die Menschen der Stadtgesellschaft.

Doch es geht um mehr als nur Institutionen. Es geht um Orte der Begegnung, um Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, um kulturelle Teilhabe für Menschen jeden Alters. Es geht um Räume, in denen Kunst entsteht, diskutiert und vermittelt wird. Und es geht um Strukturen, die über Jahre gewachsen sind – oft mit großem Engagement und unter ohnehin knappen finanziellen Bedingungen.

Warum diese Kürzungen so gravierend sind

Schon jetzt sind die geförderten Einrichtungen strukturell unterfinanziert. In den vergangenen Jahren wurde die Förderung sie nicht an gestiegene Kosten angepasst. Mieten, Energie, Personal und Produktionskosten sind deutlich gestiegen – die reale Kaufkraft der Fördermittel ist stattdessen gesunken. Das ist bereits eine Kürzung der Fördermittel, weil sie jährlich weniger wert sind.

Weitere Kürzungen würden nicht nur einzelne Projekte gefährden, sondern ganze Strukturen ins Wanken bringen. Hinzu kommt: Viele Einrichtungen sind auf zusätzliche Fördermittel von Land, Bund oder Stiftungen angewiesen. Diese setzen häufig einen kommunalen Eigenanteil voraus. Wenn dieser sinkt, brechen auch diese Drittmittel weg – mit einem Schaden, der weit über die eigentlichen Kürzungen hinausgeht.

Kultur ist keine Nebensache

Kultur ist kein Luxus. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie schafft Räume für Austausch, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht Städte lebenswert.

Wer jetzt bei der freien Szene kürzt, gefährdet nicht nur künstlerische Produktion, sondern auch soziale Infrastruktur. Und die Erfahrung zeigt: Was einmal gestrichen wird, kommt selten zurück.

Die Forderungen

Die freie Szene stellt sich klar gegen die geplanten Kürzungen und fordert:

  • den sofortigen Stopp der Einschnitte in die institutionelle Förderung freier Kultureinrichtungen

  • keine weiteren Kürzungen im Doppelhaushalt 2027/28

  • die Sicherung und Stärkung der kulturellen Infrastruktur in den Stadtteilen

  • die Anerkennung kultureller Vielfalt als zentrale Grundlage einer lebenswerten Stadt

Jetzt aktiv werden

Der Kulturausschuss hat es in der Hand, diese Kürzungen abzuwenden. Noch ist Zeit, Einfluss zu nehmen.

Setzt jetzt ein Zeichen der Solidarität. Unterstütze die freie Kulturszene in Essen – für eine vielfältige, offene und lebendige Stadt.

ZECHE CARL

Zentrum für Soziokultur!

https://www.zechecarl.de
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